Einzelkinder?
In letzter Zeit hört man immer häufiger in den Medien, dass die Geburtenrate sinkt und dass es die meisten Paare vorziehen, nur ein Kind zu bekommen. Diese Familienkonstellation von Mutter, Vater und Einzelkind hat aber nicht nur Vorteile.
Einzelkinder fühlen sich oft von ihren Eltern zu behütet. Die ganze Aufmerksamkeit der Eltern richtet sich auf ihr einziges Kind. Die Angst der Eltern, dass dem Kind etwas zustoßen könnte, ist sehr groß, und daher wird ihnen mehr verboten.
Dass diese Kinder mehr Aufmerksamkeit bekommen, ist aber nicht nur schlecht. Kinder brauchen viel Anerkennung, Lob, Hilfestellung etc., und bei einem Kind ist es viel leichter, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Hingegen bei mehreren Kindern in einer Familie könnte schnell einmal eines zu kurz kommen.
Ein weiteres Problem bei Einzelkindern ist, dass sie es gewöhnt sind, die ganze Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu bekommen. Sie könnten dadurch in größeren Verbänden, wie zum Beispiel Klassen, Büros, Sportvereinen etc., nicht klar kommen. Natürlich kann auch das komplette Gegenteil der Fall sein, nämlich dass sich Einzelkinder in größeren Gruppen wohler fühlen, da sie zu Hause immer nur die Eltern haben und keine Geschwister an denen sie, wenn es sein muss, auch einmal den ganzen Druck und Stress ablassen können.
Einzelkinder sind Egoisten! Dieses Klischee ist meiner Meinung nach veraltet. Natürlich gibt es Einzelkinder, die Egoisten sind, aber auch Kinder aus einer Familie mit mehreren Kindern können Egoisten sein. Es wird zwar immer gesagt, dass Kinder mit mehreren Geschwistern gelernt haben zu teilen. Doch wer sagt, dass diese dies immer noch tun wollen, wenn sie erwachsen sind?
Einzelkinder sind eine Erleichterung für den Familienalltag. Mütter können auch arbeiten gehen, und müssen sich nicht ständig um ihre Kinder kümmern. Die Kosten sind geringer für ein Kind als für zwei oder mehrere.
Das Hauptproblem am Sinken der Geburtenrate ist, dass die Bevölkerung zunehmend altert, aber keine beziehungsweise nur sehr wenige Kinder auf die Welt kommen. Das hat großen Einfluss auf unsere Wirtschaft, denn die Nachfrage an Babyartikeln sinkt, dafür steigt die Nachfrage an Artikel für Senioren. Aus diesem Grund müssen sich Geschäfte auf den Verkauf und Produzenten auf die Herstellung dieser Artikel umstellen, was mit sehr hohen Kosten verbunden ist.
Meiner Meinung nach stellen Einzelkinder kein Problem für die Gesellschaft dar, sondern eher für die Wirtschaft. Die Klischees über Einzelkinder sind veraltet und treffen meist nicht zu, und die Idee, dass der Staat die Geburtenrate beeinflussen solle, halte ich für unsinnig, da das eine Entscheidung der Eltern und nicht die des Staates ist.

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